Wappen Logo Wappen

Das landschaftlich schön gelegene Unstruttaldorf Dachrieden konnte 1997 auch die 1100jährige Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung begehen.

Es wurde neben Ammern, Görmar, Lengefeld, Emilienhausen, Diedorf sowie dem Eichsfeld in der Urkunde des ostfränkischen Kaisers Arnolf von Kärnten vom 28. Januar 897 genannt.

Als Rüdiger von Hagen 1333 in Mühlhäuser Gefangenschaft geriet, musste er Dachrieden und Kaisershagen an die Stadt abtreten und seitdem war Dachrieden ein reichstädtisches Dorf bis zur Einverleibung in das Königreich Preußen als Ergebnis des Friedens von Luneville im Jahre 1801. Mit der Unterbrechung der Zugehörigkeit zum Königreich Westfalen während der französischen Besetzung zwischen 1806 und 1813 endete die preußische Periode erst mit der Kapitulation Deutschlands mit der Beendigung des 2. Weltkriegs.

Auf der regionalen Ebene gehörte Dachrieden seit der Gründung des Landkreises Mühlhausen im Jahre 1816 bis zu dessen Aufgehen im Unstrut-Hainich-Kreis 1994 an. Mit der Durchsetzung der Gebietsreform in Thüringen entschied sich der Gemeinderat für den Zusammenschluss mit den anderen vor dem Landgraben liegenden Dörfern und gab mit Bildung der Gemeinde Unstruttal seine Selbständigkeit 1995 auf.

In Dachrieden leben derzeit 324 Einwohner (Stand 30.06.2004) und ist bezogen auf die Anzahl der Bürger zugleich der kleinste Ortsteil in der neuen Gemeinde.

Die erste Silbe des Ortsnamens lässt sich auf das althochdeutsche Wort däha zurückführen, das Ton oder Lehm bedeutet und auf die Bodenbeschaffenheit der Dachrieder Gemarkung hindeutet. Beim zweiten Wortteil erfolgte wohl eine Lautumwandlung von „roden“ auf „rieden“ und bezieht auf eine Rodungsphase während der Besiedlung. Auf die schwierigen Bodenverhältnisse, die bei der Bearbeitung durch die Landwirte einen erheblichen Arbeitsaufwand mit Hacken und anderen Gerätschaften verursachte und daraus die allseits bekannten Hackemänner wurden.
Neben Landwirtschaft und Obstbau sind über Jahrhunderte Informationen über Mühlenbetriebe, die die günstige Lage an der Unstrut nutzten, überliefert. Eine Mühle ging 1874 in den Besitz der Firma Walter aus Mühlhausen über, die auf diesem Gelände eine Kammgarnspinnerei errichtete. Während des zweiten Weltkrieges wurden diese Gebäude durch den Rüstungskonzern Rheinmetall zur Kriegsproduktion genutzt ehe 1957 das Möve-Werk ihren Fertigungsbereich III in Dachrieden ansiedelte.

Nach der Wende 1990 kam die Produktion für die Fahrzeugindustrie zum Erliegen und lange Zeit blockierten die Erben der Firma Wagner eine neuerliche Nutzung des Areals. Nach Versteigerung durch die Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft ersteigerte die Familie Albrecht aus Hanau die gesamte Immobilie für eine gewerbliche Nutzung.




Counter/Zähler
Valid HTML 4.01 Transitional